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THEMA: Zölibat - zeitgerecht?
#5167
RE: Zölibat - zeitgerecht? vor 1 Jahr, 2 Monaten DANKE: 0
Hallo Beisammen !

Ich bin für den Zölibat,
denn die Begründung dafür überzeugt mich voll.

Jungfräulichkeit Marias und der Zölibat : beide Weisen zeigen auf das Jenseits hin: der Mystische Leib Christi ist „jungfräulich, ist die „Braut, die auf den Bräutigam wartet.
Nicht Ehefrau---NEIN---„Braut---
( Anmerkung: in heutiger Zeit pflegt die Braut meist nicht mehr zu warten, bis Hochzeit ist...)

Klar, die Apostel waren die meisten verheiratet.
Jesus nahm, was Er kriegen konnte, da es um den Anfang, um den Ursprung ging.
Aber: Jene späteren Boten, denen Glaubensinhalte bereits auf dem Tablett serviert worden sind, und erklärt werden konnte, was Braut und Bräutigam im Hinblick auf den mystischen Leib Christi wirklich bedeuten, jene also, die den Blick auf das Jenseits, auf das Hochzeitsmahl mit dem Lamm, nicht verlieren sollten, sind aufgerufen, zölibatär zu leben.

Kontext zum mosaischen Gesetz: auch in Bezug auf Josef, der sich ebenso geweiht hatte zur Jungfräulichkeit: „Billigung des Mannes:

Num 30,4 Wenn aber eine Frau dem Herrn ein GELÜBDE ablegt oder sich zu einer ENTHALTUNG verpflichtet, während sie noch ledig im Haus ihres Vaters lebt,
Num 30,5 dann soll ihr Vater von ihrem Gelübde oder von der Enthaltung, zu der sie sich verpflichtet hat, erfahren. Schweigt ihr Vater dazu, dann treten die Gelübde oder jede Enthaltung, zu der sie sich verpflichtet hat, IN KRAFT;
Num 30,6 versagt aber ihr Vater an dem Tag, an dem er davon erfährt, seine Zustimmung, dann tritt das Gelübde oder die Enthaltung, zu der sie sich verpflichtet hat, nicht in Kraft; der Herr wird es ihr erlassen, weil ihr Vater seine Zustimmung versagt hat.
Num 30,7 HEIRATET sie einen Mann, während sie durch ein Gelübde oder durch ein voreiliges Wort, mit dem sie sich verpflichtet hat, GEBUNDEN ist,
Num 30,8 dann bleiben die Gelübde oder die Enthaltung, zu der sie sich verpflichtet hat, in Kraft, falls ihr Mann an dem Tag, an dem er davon erfährt, dazu schweigt.
Num 30,9 Wenn ihr Mann aber an dem Tag, an dem er davon erfährt, seine Zustimmung versagt, dann hat er ihr Gelübde, an das sie gebunden war, oder das voreilige Wort, durch das sie sich verpflichtet hatte, außer Kraft gesetzt und der Herr wird es ihr erlassen.
...
Dies war die Basis für das Gelübde der Enthaltsamkeit,
worauf sich Personen des Alten Testamentes auf Gott weihen ließen,
die Basis für spätere Weihen auf derselben Basis,
bis herauf zu Maria und Josef,
und in weiterer Folge dann eben hat das die Kirche als ihr Bedürfnis angesehen, in dieser Art und Weise Gott eine Braut zu sein durch ihre auserwählten Berufenen...

Ein weiterer Text zur Jungfräulichkeit der Braut Gottes findet sich bei Ezechiel:

Das verschlossene Tor

Ez 44,1 Dann führte er mich zum äußeren Osttor des Heiligtums zurück. Es war geschlossen.
Ez 44,2 Da sagte der Herr zu mir: Dieses Tor soll geschlossen bleiben, es soll nie geöffnet werden, niemand darf hindurchgehen; denn der Herr, der Gott Israels, ist durch dieses Tor eingezogen; deshalb bleibt es geschlossen.
Ez 44,3 Nur der Fürst darf, weil er der Fürst ist, sich dort niedersetzen, um vor den Augen des Herrn die Opfermahlzeit abzuhalten. Dabei soll er von der Vorhalle des Tores aus eintreten und auf dem gleichen Weg wieder hinausgehen.

Verschlossen, also jungfräulich, bis der Herr kommt:

Der katholische Priester wird nicht gezwungen, er sollte es freiwillig tun,
wie die ganze Katholische Kirche ebenfalls dieses Bedürfnis hat,
so sollte dies dem Priester ein ebensolches sein...
Wie lautet doch gleich jener Text in Numeri ( Num 30,4 ff ) , auf den sich Maria und Josef und viele andere vor und nach ihnen berufen konnten und dies auch taten ?
Hat was mit schenkender Liebe zu Gott zu tun,
und Liebe wiederum hat was mit Opferbereitschaft zu tun...
Bereit zu sein für Gott,
ein Abbild der Braut, des pilgernden Gottesvolkes, zu sein,
die Braut, die wartet, bis der Bräutigam kommt, Jesus Christus,
ein Abbild, das uns gewöhnliches Gottesvolk, zum Vorausbild auf die Hochzeit mit dem Lamm sein soll,
das in die Gegenwart bereits hineingezogen wird durch das Abbild...


Daher gilt : im Falle des Mystischen Leibes Christi „wartet die Braut auf den Bräutigam.

Bis wann ?

Hochzeit ist, wenn der Bräutigam kommt:

Die Braut - der Bräutigam - das Hochzeitsmahl:

Offb 19,7 Wir wollen uns freuen und jubeln / und ihm die Ehre erweisen. Denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes / und seine Frau hat sich bereit gemacht.
Offb 19,8 Sie durfte sich kleiden in strahlend reines Leinen. / Das Leinen bedeutet die gerechten Taten der Heiligen.
Offb 19,9 Jemand sagte zu mir: Schreib auf: Selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen ist. Dann sagte er zu mir: Das sind zuverlässige Worte, es sind Worte Gottes.

Vgl.
Braut des Lammes
Offb 21,9 Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den sieben letzten Plagen getragen hatten. Er sagte zu mir: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes.}
Erwin
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#5170
RE: Zölibat - zeitgerecht? vor 1 Jahr, 2 Monaten DANKE: 15
Lieber Erwin,

die Übetragung der Verse aus dem Buch Ezechiel Das verschlossene Tor auf die Jungfräulichkeit finde ich sehr schön.
MIA
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"Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht." (Joh 12,24)

"Einen Mensch lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat." (F.M. Dostojewski)
 
#5810
RE: Zölibat - zeitgerecht? vor 10 Monaten DANKE: 2
So scheint es mir für gut, dass auch hier diese grosse Zahl an potenziellen Kandidaten bekannt wird:

So ist es mir passiert
Heute Priester werden? Info-Weekend für junge Männer

Luzern/Schweiz: Am 3. und 4. Oktober 2009 fand im Priesterseminar St. Beat in Luzern ein Info-Weekend für Männer zwischen 18 und 30 Jahren statt. Unter der Leitung von Dr. Thomas Ruckstuhl, Regens des Seminars, und Leo Rüedi, Spiritual, wurde der konkreten Frage heute Priester werden? nachgegangen.

Schon am Schöpfungsmorgen ruft Gott den Menschen in das Licht der offenen Gottesbegegnung. Es ist ein Ausruf Gottes, der seit der Schaffung des Menschen durch das Geschehen der Menschheit erklingt: Wo bist du? (Gen 3,9). Gott ruft erneut. Heute ruft er die Menschen beim Namen und diese antworten, willig, sich von Gott führen zu lassen. Wer daher den Priesterberuf verstehen will, der muss ihn von Jesus Christus, von seiner Menschwerdung und seinem Geheimnis her verstehen.

Mit diesem Gedanken trafen sich fünfzehn junge Männer verschiedener Herkunft im Priesterseminar St. Beat um der konkreten Frage Heute Priester werden? auf den Grund zu gehen. Potentiellen Priesterkandidaten überlegten, warum sie der Einladung gefolgt sind und sich zu einem Weekend im Zeichen des Priesterseins entschlossen haben.

So ist es mir passiert - Mit Erlebnisberichten von Priestern, darunter auch die Berufungsgeschichte von Spiritual Leo Rüedi, wurden die Höhen und Tiefen der Berufungen angesprochen. Bezüglich der erwarteten Voraussetzungen eines Priesterkandidaten im Bistum Basel informierte Dr. Thomas Ruckstuhl. Das anschliessende Abendessen und das Abendprogramm bot eine gute Gelegenheit zu Gesprächen in kleinen Gruppen.

Das Zölibat als Geschenk Gottes
Mit Laudes-Gebeten in der Kappelle wurde der Sonntag begrüsst. Dem Gottesdienst stand Weihbischof Martin Gächter vor. Neben zahlreichen wichtigen Fragen kam auch die aktuelle Ungewissheit des zölibatären Lebens zur Sprache. In der Predigt betonte der Weihbischof: Das Zölibat soll den Priestern helfen, wie Christus die ganze Liebeskraft Gott und der Kirche, d.h. allen Menschen, zu schenken. (…) Die Menschen, die den Zölibat leben, können ungeteilt für Gott und alle Menschen da sein. Das ist ein grosser Wert, der jetzt schon von vielen Priestern und Ordensleuten gelebt wird. Weiter betonte Gächter das Zölibat als ein Geschenk Gottes – wie das 2. Vatikanische Konzil es vorgesehen hat.

Der Austausch in Kleingruppen und später dann im Plenum liess anderen Fragen freien Raum. Als abschliessender Impuls erzählte Benedikt Wey, Vikar und Jungendseelsorger aus Schaffhausen, über seine Freundschaft mit Christus. Die jungen Männer nahmen verschiedene Eindrücke in ihrem Alltag und können nun der Frage heute Priester werden? Farbe und Klang geben.

Quelle Text: Mike Qerkini/forumKirche/red
Mike
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Es gibt kein vollkommenes Gebet ohne inneres Rufen!
 
#5815
RE: Zölibat - zeitgerecht? vor 10 Monaten DANKE: 25
Nur eine Überlegung.
Das heute das Zölibat in Frage gestellt wird; ist dies nicht vielleicht doch
eher dem Zeitgeist zu zuschreiben ?
Denn, wenn die Eingangsfrage schon Zölibat - zeitgerecht ? lautet,
sollten wir nicht einmal grundsätzlich hinterfragen welcher Geist da hinter steckt ?
Da, wenn wir ehrlich sind, erkennen wir, dass doch in jeden von uns mehr oder weniger der Zeitgeist sehr wohl Einzug gehalten hat. Und somit auch unser Denken, Meinen und Handeln von ihm auf hier beeinflusst ist.
Somit trifft es bei uns genauso zu, wie bei Berufenen, dass der Zeitgeist,
also das ständige in Frage stellen, uns von unserem Herrn und Seiner Liebe
trennt.
Denn, wenn wir schon in kleineren Dingen zwischen Glauben und Zeitgeist hin und her gerissen sind; wie muß es da erst jenen gehen, die der Herr ruft ?
Und die in ihrem Umfeld zum größten Teile Menschen finden, die eher dem Zeitgeist zu geneigt sind als dem, was auch zu unserem Glauben gehört ?
Maria Magdalena
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#6639
Aw: RE: Zölibat - zeitgerecht? vor 6 Monaten DANKE: 19
Passend zum Thema:

Umfrage: Mehr als vier Fünftel haben kein Verständnis für Zölibat
Hamburg - Mehr als vier Fünftel der Deutschen haben kein Verständnis dafür, dass die katholische Kirche ihren Priestern das Heiraten verbietet. In einer «Focus»-Umfrage äußerten sich nur elf Prozent der Befragten zustimmend zum Zölibat. 82 Prozent sprachen sich dagegen aus. Dabei stieß die Verpflichtung zur Ehelosigkeit eher bei den Jüngeren auf Verständnis als bei den Älteren: 18 Prozent der 18- bis 24-Jährigen sagten, sie könnten die Regelung nachvollziehen, aber nur neun Prozent der über 64-Jährigen.

Quelle: rhein-zeitung.de/tick/
Wiktoria
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“.....Ich habe die Ehre, die Würde, den Frieden und alles verloren – nur den Glauben nicht.....“
 
#6640
Aw: RE: Zölibat - zeitgerecht? vor 6 Monaten DANKE: 25
Wiktoria schrieb:
Passend zum Thema:

Umfrage: Mehr als vier Fünftel haben kein Verständnis für Zölibat
Hamburg - Mehr als vier Fünftel der Deutschen haben kein Verständnis dafür, dass die katholische Kirche ihren Priestern das Heiraten verbietet. In einer «Focus»-Umfrage äußerten sich nur elf Prozent der Befragten zustimmend zum Zölibat. 82 Prozent sprachen sich dagegen aus. Dabei stieß die Verpflichtung zur Ehelosigkeit eher bei den Jüngeren auf Verständnis als bei den Älteren: 18 Prozent der 18- bis 24-Jährigen sagten, sie könnten die Regelung nachvollziehen, aber nur neun Prozent der über 64-Jährigen.

Quelle: rhein-zeitung.de/tick/


Eigentlich kann diese Umfrage niemanden verwundern.
Denn, den Medien sei dank, weissen die meisten doch nicht wirklich, dass das Zölibat
bei wirklich Berufenen kein Zwang sonder etwas freiwilligesist !

Ferner als Gedanke: In einer Gesellschaft, die sich in den meisten Punkten des Lebens über ihre indirekte
und dirket Sexuallität definiert ist dies halt völlig unverständlich !
Maria Magdalena
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Moderation: Maria Magdalena, Wiktoria
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